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    <title>f6b54456</title>
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      <title>Auf ewig vergänglich</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/auf-ewig-vergaenglich</link>
      <description>Ist es die Melancholie oder ein Hang zum Morbiden? Malerisch Verfallenes wirkt auf viele unwiderstehlich. Mauerreste sind ein willkommenes Baumaterial für die Fantasie. Doch steckt noch mehr dahinter?</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp.cdn-website.com/f6b54456/dms3rep/multi/PetraClamer_LochNessJPG.JPG" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf ewig vergänglich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Malerisch verfallene Schlösser, Burg- und Kirchenruinen, aber auch alte Fabrikgebäude, bei denen sowohl über die Arbeitsbedingungen von einst als auch über die Mauern Gras wächst, üben bei vielen von uns einen unwiderstehlichen Reiz aus.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch ist es nur die Melancholie, die wir daran so mögen? Ein Hang zum Morbiden? Haben wir ein romantisch verklärtes Klischee verinnerlicht, geboren aus Gespenstergeschichten, Märchen und Filmen? Oder zieht uns das von der Zeit zerstörte Mauerwerk und die in Stein gemeißelte Vergänglichkeit des Daseins aufgrund unserer eigenen Endlichkeit so erschauernd tief an? Wer weiß.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Immer währende Perfektion und ein Fortbestehen ohne Verfallsdatum sind nicht stimmig. Ein 400-jähriger restaurierter Prachtbau ist aus der Zeit herausgefallen, ist museal und modern zugleich. Wir können ihn bestaunen, werden vielleicht sein Inneres sehen und erfahren dabei dann Geschichten und Geschichtliches. Doch kein Besuch berührt so tief wie Brüchiges, Bröckelndes, Verwittertes.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht spüren wir – im Betrachten versunken – instinktiv, dass Werden und Vergehen Leben ist. Vielleicht fühlen wir intuitiv, was wir im Grunde ja auch wissen: Es gibt kein auf immer und ewig. Kein forever young. Nichts überdauert ohne Altersspuren. Es ist zutiefst unnatürlich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lieber ruiniert als restauriert?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch wenn ich jetzt gerne abschweifen würde – ich werde nicht über Faceliftings schreiben. Und auch nicht über den menschlichen Verfall, der ja bereits mit 21 (noch unbemerkt) einsetzen soll. Zumindest habe ich das bereits vor langer Zeit gelesen. Damals erschütterte es mich. Heute finde ich es tröstlich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube, dass ruinierte Gebäude (und Falten) ehrlicher und wahrer sind. Es bedeutet auch, sein Leben gelebt zu haben. Erschaffen in einem Gestern, das zu Geschichte geworden ist. Sie lassen (zumindest mich) die Vergangenheit tiefer empfinden. Sie zeigen uns, dass die Zeit immer Spuren hinterlässt. Und sie machen mich neugieriger auf das, was in früheren Jahrhunderten einmal war. Nicht nur auf Fakten, die man nachlesen kann, sondern auch auf Erinnerungen, die irgendwo im eigenen Inneren schlummern. Doch vielleicht es ja auch das, was man Fantasie nennt.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mauerreste sind ein willkommenes Baumaterial. Ruinen sind willige Bruchstücke, die man wie ein Puzzle nach Lust und Laune für sich zusammensetzen kann. Ja, und manchmal kann ich dadurch sogar den Wert des Jetzt mehr schätzen. Denn unser Heute hat sich schon morgen im Gestern verloren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war einmal.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir wissen sofort, dass Märchen so beginnen. Obwohl das mit dem „war einmal“ nicht einmal wahr ist. Die meisten fangen völlig anders an. Doch diese unbestimmte Zeitangabe setzt etwas frei. Losgelöst von Jahreszahlen und konkreten Orten. Vor unserem inneren Auge entstehen von Efeu umschlungene Mauern, die Menschenwerk mit Natur verhüllen. Kletterrosen, die Schloss oder Burg mit ihren wehrhaften Dornen bis aufs Blut verteidigen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war einmal hat etwas Heimeliges. Man kann sich wohlig hinein kuscheln und zutiefst geborgen fühlen. Selbst beim Ängstigen oder Gruseln. Man erlebt das „einmal“ mit dem Herzen. Die Gedanken sind vergessen wie das eigene Jetzt. Vielleicht würden wir sogar unsere Welt mehr mit dem Herzen betrachten, wenn wir sie ein wenig märchenhafter begreifen würden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war einmal ein Deutschland, in dem die Wälder so undurchdringlich waren, dass selbst die selbstbewussten Römer sie lieber nicht in ihren robusten Sandalen betraten. Es war einmal eine Welt, die an beiden Polen von Eis bedeckt war. Man nannte das Eis damals sogar „ewig“…  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vielleicht würden wir sogar mit dem eigenen Altern
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           etwas liebevoller und gnädiger umgehen, wenn wir unser eigenes „es war einmal“ in ein Märchen verwandeln. Es wäre einen Versuch wert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jede Erinnerung ist erfunden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir speichern in unserem Gedächtnis eigentlich nicht das ab, was wahr war. Erinnerungen sind nur wiederbelebte Episoden, die im Verlauf der Jahre beständig umgedeutet, umgewertet und neu gemischt werden. Sie landen dann mehr oder minder unbewusst verändert in der internen Ablage der vergangenen Tatsachen. Der Versuch einer dokumentarischen Rückschau wird daher immer haarscharf an der gewesenen Wirklichkeit vorbei schrammen. Warum dann nicht gleich ein Märchen draus machen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war einmal vereint Erinnerung und Sehnsucht, Glauben, Hoffnung, Ängste. Unvollständig und unbestimmt in Zeit und Raum. Drei kleine Worte schenken uns die Freiheit, die ge- und erlebte Realität neu zu deuten. Und vielleicht gewinnen so die eh verwitterten Reste von Anno Dazumal eine Art Wiedergeburt als märchenhafte Biografie-Fragmente.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein lebendiges Märchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Märchenhaftes Betrachten negiert keine vergangene Realität; sie macht sie nur fühlbarer, nahbarer. Es steckt voller Wunder, wird von Fluch und erlösendem Zauber geprägt und verändert die Wahr-Nehmung. Das ist was anderes als frei erfunden.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für mich ist fast jeder englische Landschaftspark ein Märchen, in dem man spazieren gehen kann. In Erinnerung und Sehnsucht verwurzelt. Ein Gemälde unter freiem Himmel. Der Versuch, das eigentliche Wesen der Natur zu überhöhen und zu verherrlichen.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als man diese Landschaften erfand, konnte man die Diktatur der Gartenscheren und Lineale nicht mehr ertragen. Zu viel Fürstenwille, zu viel Macht den Beherrschenden. So wich die akkurat-barocke Künstlichkeit einer künstlichen Natürlichkeit, einer idealisierten Schönheit. Da hat man dann sogar Ruinen neu erbaut. Selbstverständlich in wohl durchdachter bester Lage, als präzise komponiertes Gesamtkunstwerk aus Landschaft, Grün und Stein. Irgendetwas muss uns daher am Unvollständigen faszinieren, da wir es so liebend gerne inszenieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Daher zurück auf Anfang: Ich liebe Burg- und Kirchenruinen und von Verfall gezeichnete Schlösser. Und wir brauchen mehr Märchenhaftes in unserem Leben und in unserer Welt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn sie nicht gestorben sind…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           … dann leben sie noch heute. Dieser berühmte letzte Satz hat mich bereits als Kind irritiert. Eine ganze Geschichte lang erzählte man mir alles haargenau, jedes noch so kleine Detail war bekannt. Doch dann war urplötzlich alles vorbei. Hatte der Schreiberling keine Ideen mehr? Wussten die Gebrüder und all die anderen wirklich nicht, ob sie noch leben? Damals hat man meine Fragen abgewiegelt, mir keine Antwort geben können. Oder wollen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zugegeben, es gibt Fragen, die die Welt nicht braucht. Aber es macht Spaß, sie sich zu stellen: Sind Prinz und Prinzessin auch noch als Königspaar glücklich? Oder bereits geschieden, zerstritten, verbittert? Haben sie Kinder, Enkel, eine Groß- oder Kleinfamilie?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und was ist mit ihrem Schloss? Wie ist die Bausubstanz? Können sie den Erhalt finanzieren? Oder wurde das herrschaftliche Liebesnest zur Event Location umgemodelt? Haben ihre märchenhaften Ur-Ur-Enkel jetzt ein Hotel, in dem Gespenster ihr Unwesen treiben? Und sei es nur als Vermarktungsidee? Oder stehen sie am Ticketschalter und führen Touristen durch die ehrwürdigen Hallen ihrer Ahnen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Welche Frisur trägt Rapunzel heute? Hat König Drosselbart mittlerweile ein hippes Bärtchen? Musste Rotkäppchen zum Psychotherapeuten? Und wenn ja, konnte man ihr helfen? Trainiert sie Welpen und mehr noch ihre Besitzer, wurde sie eine engagierte Tierschützerin oder hat sie Biologie studiert und freut sich über die Rückkehr der Wölfe? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wirft der ehemalige Frosch immer noch seiner Prinzessin vor, dass sie
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ihn nicht gleich erkannt hat? Oder sie ihm, dass er immer noch allzu schnell von dannen hopst, wenn es etwas zu besprechen gibt? Und er bei Problemen nur quaken kann?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein vages Morgen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt so viele Fragen, die Märchen aufwerfen. Die Antworten können wir uns nur selbst geben. Doch eine ungeklärte Zukunft, ein vages Morgen, eine Geschichte, die sich im Ungewissen verliert, ist im Grunde ja nicht einmal märchenhaft. All das ist real und bestimmt den Lauf der Welt und unser eigenes Leben. Wir könnten daher auch unsere Zukunft im Stil eines Märchens gedanklich weiter führen. Und – wer weiß – vielleicht würden wir dadurch Impulse bekommen, die zu Problemlösungen und zu konkreten Handlungen führen, die wir uns jetzt nicht einmal vorstellen können. Am besten vielleicht im Angesicht von schönen Ruinen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ob ab einem gewissen Alter auch ein Blick in den Spiegel genügt? Ich sollte es m
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           al versuchen…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Copyright Text und alle Fotos by Petra Clamer
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 07 Oct 2022 07:40:52 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Südafrika – sehr schön, aber...</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/suedafrika-sehr-schoen-aber</link>
      <description>Südafrika ist für viele ein Urlaubstraum, für manche ein Auswanderungsparadies und was war und ist es für mich? Sehr schön, aber mit aber. Ob nur ich dieses "ABER" kenne?</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/SA8.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Südafrika – sehr schön, aber… 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hörte es so häufig: Wie schön doch die Waterfront in Kapstadt sei. Wie großartig die Küsten-Vielfalt. Wie spannend am südlichsten Punkt des Kontinents, am Kap der Guten Hoffnung, zu stehen. Wie einladend für Spiel und Spaß die herrlich langen Strände von Durban. Ganz zu schweigen von all den grandiosen Landschaften allüberall. Und wie toll es doch wäre, so viele wilde Tiere in so kurzer Zeit zu sehen. Auch jenseits des Krüger-Nationalparks.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man kann noch mehr wilde Tiere in noch kürzerer Zeit sehen. Das nennt man dann Zoo. Da werden die Tiere auch hinter Zäunen gehalten. Nur die Gehege sind kleiner. Ja, die Küsten sind beeindruckend, die Wellen hoch, die Strände lang. Und da Dank der Hainetze vor Durbans Küste das schwimmende Großgetier auch außen vor bleibt, kann man sich unbesorgt in die warmen Fluten stürzen. Der südlichste Punkt Afrikas ist woanders als erhofft. Aber so ist das ja manchmal mit der Hoffnung. Sie kann auch zu guter Letzt an einem Kap sterben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ja, die V&amp;amp;A Waterfront hat mir auch richtig gut gefallen. Zum Shoppen und Flanieren, zum Verweilen, lecker essen und Menschen gucken. Zumeist Touristen. Doch dieses aufgehübschte alte Hafenviertel, gewürzt mit einer Prise Kolonialflair und mit ein wenig Lokalkolorit garniert, könnte auch irgendwo sein. Es entspricht einem globalisierten Schönheitsideal und kultiviert vermutlich den größten gemeinsamen Nenner aller Reiseansprüche von heute: eine sichere, heile Konsum-Welt. Reisekassen jeder Fülle werden hier fündig. Was will man mehr? Will man mehr?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich schien es irgendwie zu wollen. Irgendetwas fehlte mir. Bei jeder Schwärmerei der anderen, schlich sich in mir immer nur ein Wort in den Sinn: "aber". Wo war sie, diese Faszination, die Südafrika zum Auswanderer- und Urlaubstraum werden lässt? Warum fühlte ich sie nicht?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           The sunny side of German winter.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendetwas ließ mich in diesem Südland nicht ganz auftauen, geschweige denn so richtig mit ihm warm werden. Obwohl die Sonne schön sommerlich schien und ich aus einem trüben Winter kam. Obwohl das „you’re welcome“ nur selten wie eine perfekt einstudierte Floskel wirkte. Und obwohl ich mich auf den ersten Blick in die sanften Augen der Kudus verliebte und viele wilde Tiere sah. Doch irgendetwas stimmte nicht. Ich wusste nur nicht was. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es waren nicht die Townships, die man durchaus als bedrückend empfinden kann. Doch da man sie ja mittlerweile bereits als Ausflugsziel buchen kann, werden sie schon fast zur Touristen-Attraktion für kritische Geister. Die allgegenwärtige Armut ein Geheimtipp, als Nicht-Hochglanz-Welt vermarktet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es waren auch nicht die Haupteinkaufsstraßen in den Kleinstädten, in denen man nirgendwo verweilen kann, und die man als Weißer keinesfalls im Stöber- und Schlendergang erbummelt, sondern ausschließlich er-fährt. Auch ich fahre schließlich zu Hause gerne und viel zu häufig direkt mit dem Auto vor.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es waren auch nicht all die anderen Jeeps, die sich am Wasserloch sammelten, damit jeder Warzenschwein, Flusspferd, Nashorn, Antilope oder Giraffe sehen, filmen oder fotografieren kann. Das nahm ich alles so hin, weil es ja wohl anders nicht ging. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch was war es dann? Fehlte mir ein Platz, von dem aus ich das einheimische Leben beobachten konnte? Die Nähe, die hier überall auf Distanz ging? War es das Gefühl nie mittendrin im südafrikanischen Leben zu sein, sondern immer nur irgendwie dabei? Wo oder was ist überhaupt südafrikanisches Leben? Oder vielleicht „nur“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             ﻿
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           südafrikanisches Lebensgefühl?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Überfragt statt glücklich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sah in zutiefst glückliche Gesichter, die mir erzählten, dass sie süße, kleine Löwen gestreichelt haben. Ich dachte nur „Oh, je!“ Denn die meisten dieser wilden Kuscheltiere landen irgendwann vor der Flinte eines Großwildjägers. Zu zahm für ihre angestammte Welt, zu gefährlich für ein Weiterleben mit Menschen. War ich zum Schwarzseher geworden? Oder sind die meisten von uns so sehr vom Ursprünglichen entfremdet, dass sie es gar nicht mehr als solches wahrnehmen? Wäre hier nicht eine gesunde rationale Distanz angebrachter gewesen als hochemotionales Glück? Zumindest gesünder für das unschuldige Löwenkind? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich verwirrte mich mit Fragen. Alles war so widersprüchlich. Vieles erschien mir künstlich, kulissenhaft. Und zu allem Überfluss wurde ich auch immer wieder davor gewarnt, die touristisch vorzeigbaren Ecken und Enden zu verlassen. Von Menschen in allen Hautfarben. Durfte ich nur in einem Südafrika sein, das man mir zeigen wollte? Kann man Südafrika nur oberflächlich bereisen? Gibt es in Südafrika nie ein richtiges Ankommen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Eigene, ein unerfühltes Wesen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Antwort traf mich unerwartet in der Weinregion. Niedlich-schmucke Häuschen im niederländischen Stil, gepflegt-grüne Weinberge, bunt-grüne Gartenanlagen. Alles super gepflegt, von Besuchern belebt, mehr Holland als in Holland. Und dann das Warnschild vor Pavianen. Plötzlich schoß mir ein Gedanke durch den Kopf und blieb im Herzen stecken. Ich schaute mich noch einmal um, fühlte noch mal nach und mir wurde klar:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es waren all die Zäune, die Mauern, das Ausgrenzen und Abgrenzen, das Grundgrummeln im Angesicht einer zutiefst properen heil erscheinenden Welt, in der Paviane die künstlich erschaffene Idylle stören können. Weil sie Natur sind. Hier zu Hause.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor der Besiedlung durch die Europäer gab es am Fuße des Tafelbergs Löwen, Zebras und Kudus. Für all die Menschen, die hier lebten, war das normal. Alltag eben. Doch die Europäer verjagten Menschen, Tiere und Afrika. Alles, was fremd war, wurde unterworfen, zu einem Sein zweiter Klasse degradiert. Alles, was nicht nach zurück gelassener Heimat wirkte, wurde heimatlich gemacht. Koste es, was es wolle. Auch wenn es an Härten kaum auszuhalten war. Und es auf Kosten derer geschah, deren gelebte Realität man dadurch so zerstörte, das sie zu Fremden im eigenen Land wurden:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Menschen, Kulturen, Tiere, Pflanzen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Heimat, auf Zerstörung erbaut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich weiß nicht, ob der Aufbau einer neuen Heimat, die zuerst das Vorhandene mit aller Macht zerstört, typisch menschlich ist oder Ausdruck einer kolonialzeitlichen Selbstherrlichkeit, die sich mit der Zeit verinnerlicht und verselbstständigt. Für mich fühlte es sich auf jeden Fall so an, als ob man die zurückgelassene (europäische) Realität zu einer erstrebenswerten (afrikanischen) Zukunft erklärt hätte. Das Fremde so verfremdet, dass eine Illusion des Vertrauten entsteht, die man bewahren, hätscheln, schützen und hüten muss. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht liegen hier im Süden von Afrika Realität und Illusion dichter zusammen als sonst irgendwo. Vielleicht ist hier der Nährboden für Zukunft gestalten nicht der Traum von einer besseren, schöneren, gemeinsamen Welt, sondern irgendwie nach wie vor der Wunsch, eine Erinnerung zu bewahren. Eine, die schon längst verblasst ist, verwirbelt durch die Stürme der Geschichte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie kann man gemeinsame Perspektiven entwickeln, wenn der Blick nach vorn durch den Blick zurück ein völlig anderes Bild ergibt? Man kann und darf völlig konträr erlebte Vergangenheiten und unterschiedliche Identitäten nicht wegdiskutieren, nicht einfach so vergessen. Doch geht Bewahren und Neues wagen irgendwann und irgendwie zusammen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was blüht, wenn Illusionen Wurzeln schlagen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich weiß nicht, ob man Afrika nach wie vor aussperren möchte oder sich selbst einsperren. Ich weiß nicht, ob man sich vor den wilden Tieren schützen oder sie vor uns Menschen schützen will. Höchstwahrscheinlich will man beides. Und das von Weißen geprägte Südafrika scheint für viele Nicht-Weiße weder zugänglich noch erstrebenswert zu sein, was dazu führt, dass man sich ebenfalls abschottet. Am liebsten unter sich bleibt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch was macht das mit uns Menschen? Kann man sich frei fühlen, wenn man ohne Aus- und Einschließen nicht leben kann oder will? Wenn man bereits mit der Muttermilch einsaugt, dass Abgrenzen normal ist. Gleichgültig an welcher Brust man liegt und welche Farbe sie hat? Wird man ein anderer, wenn Ausgrenzen und Abgrenzen gelebter Alltag ist?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Apartheid soll ein niederländisches Wort sein und so viel wie Trennung bedeuten. Ich glaube, ich habe diese Trennung gespürt. Obwohl offiziell abgeschafft, war das Trennende mein ständiger Begleiter, hielt mich auf Abstand, meine Gefühle auf Distanz, ließ mich das Schöne und Faszinierende nie in erfüllter Tiefe empfinden.    
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht habe ich daher das Eigene in Südafrika von Anfang an gespürt, ohne zu wissen, dass es sein Wesen war: Mauern, Grenzen und Zäune beginnen im Inneren bevor man sie im Außen baut. Und dahinter verstecken sich viele verletzte Seelen, die man so zu schützen glaubt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wer weiß. Vielleicht hatte ich ja auch nur einen schlechten Tag, der viele Tage lang war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 15 Nov 2020 08:36:36 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Helgoland, ein Fels in der Brandung</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/helgoland</link>
      <description>Helgoland ist weit mehr als eine Hochseeinsel im Nordsee-Meer. Mehr als Duty free. Mehr als ein Ausflugsziel. Doch man muss sich ein wenig umstellen und auf Sitten und Gebräuche einstellen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/Anna_PetraClamer.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Helgoland, ein Fels in der Brandung der Zeit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Helgoland ist die einzige Hochsee-Insel Deutschlands, ein angenagter Buntsandstein-Felsen im Nordsee-Meer, ein
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           geschäftstüchtiges Duty free Paradies, ein beliebtes Tagesausflugsziel für jederfrau und jedermann, gut begehbare Natur, eine spannende Geschichtsstunde, die Kinderstube von Kegelrobben, Lummen und Basstölpel und ein Ort in zwei Hälften: Unterland und Oberland. Na, ja – eher drei Hälften. Nach dem Krieg kam Mittelland dazu. Das Ergebnis menschlicher Zerstörung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Aufzählung lässt sich allerdings auch verkürzen: Helgoland ist auf den ersten Blick ein zollfreies Einkaufszentrum im Inselformat, auf den zweiten ein bequemer Spaziergang mit frischer Luft und weiter Sicht und bis zum dritten Blick kommt man nicht. Denn da ist man längst schon wieder auf dem Schiff.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die deutsche ein-paar-Stunden-Insel.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eigentlich präsentieren sich ja alle deutschen Inseln mit abwechslungsreicher Ferienvielfalt. Nur die entfernteste Insel gilt mehr als Ausflugs- denn als Urlaubsziel. Und das hat Folgen: Die meisten Besucher sind Tagestouristen, fokussiert auf schnelle Zollfrei-Schnäppchen und auf Kaffee mit Kuchen. Manche drehen noch eine Runde auf dem 3 Kilometer langen Klippenweg über das Felsmassiv: rasch zu den Vögeln und zur „Langen Anna“, dem Wahrzeichen der Insel.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Neugier und Wissensdurst bleiben so begrenzt wie der Aufenthalt. Aber was soll’s. Man hat genug gesehen und kann sagen: „Auch ich war auf Helgoland!“ Sehnsucht nach einem längeren Aufenthalt wird bei vielen Weltgereisten nicht geweckt. Denn die völlig aus der Zeit gefallene Eigenart der Insel wirkt eher befremdlich denn verführerisch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Reisebericht aus dem 19. Jahrhundert hat diese Eigenart der Insel so beschrieben: „Die Eintönigkeit hat etwas Verlockendes und Süßes. Alles wiederholt sich.“ Das stimmt im Grunde immer noch. Doch über die Gezeiten der Geschichte hinweg hat sich die Tonart des immer wieder Gleichen selbstverständlich verändert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein gewolltes Einerlei.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die heutige Tonart zeigt sich bei der Architektur in (immerhin) 14 Farben. Festgelegt beim „Neubau-Projekt Helgoland" Anfang der 50er Jahre. Ebenfalls Absicht: Das, was wir mittlerweile als monoton empfinden. Es hat sich auf Helgoland als „Ideal der Moderne“ verewigt: uniforme Häuser, Wohn- und Geschäftssträßchen streng getrennt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Formensprache kommt so klar, knapp und geradlinig daher, dass sie vom charmant Lebendigen und idyllisch Heimeligen so weit entfernt ist wie die Distanz der Erde zum Mond. Und da Menschen nicht nur die Architektur, sondern auch die Architektur die Menschen beeinflussen, könnte es sein, dass dieses vom Bauhaus inspirierte Gesamt-Unkunstwerk, das s
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           chon
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            sehr an den sozialen Wohnungsbau der Nachkriegszeit erinnert, auch das ganze Inselleben geprägt hat. Denn auch das wirkt streng gegliedert, regelhaft, distanziert und ungeschmeidig. Praktisch. Pragmatisch. Puristisch. Propper. Die Konsequenz:
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vieles geht oder ist nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer länger bleibt als ein paar Stunden, der muss sich vor allem eins: um- und eingewöhnen. Die mondäne Seebad-Tradition ist Gischt von gestern. Vorbei die Zeit, als sich hier Dichter und Denker, Künstler und A-Promis  mit den Vons der Adelsszene trafen. Eine lauschige Sonnenuntergang-Location für Cocktail oder Dinner sucht man vergeblich. Halli-Galli in der Nacht ist gänzlich unbekannt. Das Beobachten frühnächtlicher Flaneure beschränkt sich zumeist auf Hundebesitzer, die zwischen der leeren Promenade und verwaisten Gassen Gassi gehen (müssen). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Beim Abendbummel
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in kleinen Geschäften s
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           töbern
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ? Geht nicht. Sie sind alle zu. Mit insularer Beharrlichkeit orientieren sich die Öffnungszeiten an längst vergangenen Gesetzen oder an Tagestouristen. Lecker essen, spontan und irgendwann? Nahezu unmöglich. Denn die meisten Restaurants öffnen nur über Mittag und am Abend. Zu festen Zeiten, wie es sich gehört(e). Mit richtig viel Pech sind dann auch bereits alle Tische seit Tagen ausgebucht. Das war übrigens auch schon vor Corona so. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genüsslich-modernes Urlaubsflair will sich da nicht so richtig einstellen. Gefällige Kurort- oder Strandbad-Idylle auch nicht. Tja, und wenn die echten Helgoländer nicht gerade am, für und um Touristen herum arbeiten, scheinen sie sich am liebsten in ihren Häusern, in ihren Kleingärten (ja, es gibt sogar einen Kleingartenverein!) oder auf ihren Mini-Grundstücken zu verstecken. War aber stadtplanerisch auch so gewollt. Man hat in den 50ern diese Trennung von privat und geschäftlich, von Gästen und Einheimischen als ausgesprochen fortschrittlich empfunden. Und das alles soll man mögen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der dritte Blick kommt ab dem dritten Tag.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, es ist der dritte Blick auf die Insel, der doch noch beglücken kann. Er braucht jedoch Interesse an Verg
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           angenem – historisch und geologisch. Und einen wohldurchdachten Plan, um der vorübergehenden Menschen-Fülle am Tage gekonnt aus dem Weg zu gehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am frühen Morgen und ab mittlerem Nachmittag hat man das Oberland mit seiner Vogelwelt, ein paar Schafen und Schmetterlingen, den Blüten des quietschegelben Klippenkohls (vor blauem Himmel und rotem Fels) fast völlig für sich allein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Über Tag bietet sich das Nord-Ost-Land oder die Düne an, die weitläufig-kleine Insel nebenan. Dort dösen dann auch gerne mal ein paar Meeresbewohner fischesatt am Strand. Oder man folgt der Empfehlung des bereits zitierten Reiseführers: sich in exponierter Lage hinsetzen und die Neuankömmlinge betrachten. Damals war die Landungsbrücke, die man dereinst als Lästerallee bezeichnete, die beste Wahl. Heute bietet sich dafür die lange Promenade an.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Länger Verweilen ohne Langeweile
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           .
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ständig wechselnde Wetterlagen, dramatische Wolkenformationen und besondere Lichtstimmungen. Stille, so weit wie das Meer. Einsame Sonnenauf- und untergänge (am besten auf Oberland) genießen. Weder Autos noch Fahrräder, ruhige Nächte und jede Menge Sterne. Vielfältiges Geflügel bei der alljährlichen Brut und Aufzucht, ein friedliches Miteinander der Zugvögel-Gäste und Stammbewohner. Das alles wirkt nach.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Wer mit längeren Gesprächen aus zwei Worten, dem „Moin, Moin“ der Einheimischen, auskommt und leicht spröde Distanziertheit lieber mag als schnelle Verbrüderungen und Verschwesterungen, fühlt sich hier schnell wohl. Wer sich am Duft der Wildrosen nicht satt riechen kann, die (jahrmillionigen) geologischen und (dramatischen) historischen Wechselfälle eines kleinen Fleckens Erde spannend findet, an fast leeren Ständen gerne seine Jagd-Saison auf Bernstein, Donnerkeile, Ammoniten und anderen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Versteinerungen aus der Urzeit eröffnen mag oder sich auf die Suche nach rotem Feuerstein macht (den gibt es weltweit nämlich nur auf Helgoland), der wird seine Insel-Liebe entdecken. Doch es ginge vielleicht noch besser…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine bewusste Zeitreise. Das wär’s.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer Helgoland als architektonisches Relikt der Wiederaufbau-Ära (verzeihend) anerkennt, kommt sogar dem Lebensgefühl von einst und dem damaligen Zeitgeist etwas näher. Denn er ist hier überaus lebendig. Eigentlich müssten hier Pettycoat-Partys stattfinden. Natürlich nur am Nachmittag. Eigentlich sollte man hier Unterkünfte im Nierentisch-Design anbieten. Natürlich mit modernstem Komfort. Die Kuchen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           klassiker von einst könnten ein Comeback feiern und der Käseigel ein Coming out.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Eigentlich könnte man aus diesem „Fifties“ der Insel ein geniales Markenzeichen machen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In meiner Fantasie habe ich mir das bereits ausgemalt. So wurde Helgoland für mich mehr als nur ein geschichtsträchtiges Natur-Idyll. Es wurde voll cool. Aus Bobtails machte ich Riesenschnauzer, die klitzekleinen Taschenhunde wurden zu moppeligen
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Dackeln und zwei Golden Retriever
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            verwandelten sich
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           in
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           frisch frisierte stolze Königspudel. All die Männer in bunten Shorts sahen mit weiten Bügelfaltenhosen und Halbarm-Nylon-Hemden irgendwie auch viel besser aus. Und die holde Weiblichkeit war im schmucken Sonntagskostümchen und kessem Sonnenhut auch um ein Vielfaches bezaubernder – gleichgültig wie die Kiloproportionen waren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich schätze, dass es die aus der Zeit gefallene Helgoland-Aura war. Sie zog mich ab Tag 4 direkt in die Fifties. Und das, obwohl ich sie nie selbst erlebt habe. Ich spürte, dass es eine Zeit war, die den Bruch mit alten Vorbildern wollte, eine von jeglicher Vergangenheit unbelastete Zukunft anstrebte und eine Moderne propagierte, die von heute aus betrachtet, genauso vergangen ist wie die kaiserlich-wilhelminische Zeit. Damals, als Helgoland deutsch wurde. Allerdings nicht als Tauschobjekt für Sansibar. Das ist nur ein Mythos.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Text und Bilder: Copyright Petra Clamer
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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    </item>
    <item>
      <title>Ganz schön ab-wegig: Barentsburg</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/abwegig-im-wahren-wortsinn-barentsburg</link>
      <description>Kurz vorm Rand der Welt, fern von belebten Straßen, Flanierwegen und den klassischen touristischen Erwartungen an ein Ferienparadies liegt Barentsburg. Kann vielleicht gerade das für einen längeren Besuch sprechen?</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/barents6.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;font&gt;&#xD;
              
               Text und Fotos: Copyright Petra Clamer
              &#xD;
            &lt;/font&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;font&gt;&#xD;
              &lt;br/&gt;&#xD;
            &lt;/font&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Ab-wegig im wahren Wortsinn: Barentsburg.
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Dicke, tiefliegende Wolken und spontan-schwermütige Gedanken verdüstern die Aussicht auf den Ijsfjord mit seinen Gletschern. Übrig bleiben Beton, Geröll, windschiefe Ruinen und bunte Plattenbaufassaden, die das arktische Ton-in-Ton Grau irgendwie auch nicht fröhlicher erscheinen lassen. 
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Knapp 300 Stufen sind es vom Anleger mitten hinein in das Örtchen Barentsburg, der russischen Bergarbeitersiedlung mit Polarstation auf Spitzbergen. Rund 12 Breitengrade südlich vom Nordpol, vier Monate Nacht und auch nicht sonderlich einladend, wenn die Sonne im Sommer für 24 Stunden nicht untergeht.
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Der erste Eindruck: skurril. Man sollte sich wappnen. Mit einem dicken Fell rund um die Seele – das Pendant zum Anorak für den Körper. Selbst wenn der Himmel quietscheblau ist und die Fernsicht majestätische Panoramen präsentiert, kann man sich schnell verloren fühlen. Nicht klein im Angesicht der erhabenen Natur, nicht unbedeutend oder vergänglich, sondern einfach nur verloren.  
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            
              Kein Ortskern als Ortskern.
             &#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Mittelpunkt des Örtchens ist eine große, weite unbebaute Fläche. Brachland mit ein paar Bänken, spärlichem Grün, einigen Steinbrocken, nackter Erde und einer Büste auf einem Sockel. Sie zeigt Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt als Lenin. Lenin guckt gewohnt grimmig, wie er es als Statue gerne mal tut. Wenn er wüsste, dass er das beliebteste Fotomotiv von Barentsburg geworden ist, würde er sicher noch böser dreinschauen. Es wäre sicher nicht sein Ding, eine kleine Erinnerungsdatei auf den Speicherkarten des ehemaligen Klassenfeindes zu sein, ein illustrer Hintergrund für Grüppchen, die mit teuren Fleece- und Daunenjacken vor ihm lachend-munter posieren.
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Aber so ist es nun mal mit dem Zahn der Zeit. Er nagt so lange am Heutigen bis es als Vergangen verdaut ist. Was davon übrig bleibt, weiß man erst später und nennt es dann Geschichte. Das Örtchen baut schon länger ab, zuerst Kohle, dann Einwohner. Nur noch wenige hundert Menschen leben beständig hier. Wenn größere kleine Kreuzfahrtschiffe in Barentsburg anlegen, verdoppelt sich daher glatt die Anzahl der Menschenseelen. 
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viele Häuser könnten im nächsten Winter unter der Schneelast zusammenbrechen, zerborstene Scheiben, zerbrochene Treppen, verwittertes Holz. Der Lack ist abgeblättert, die Farben verwaschen, das Wellblech verzogen, der Verfall allgegenwärtig. Die einst bestimmt sehr hübschen Häuser wirken wie Gespenster aus der Vergangenheit. Sie sind ein wenig gruselig, scheinen mich mit ihren traurigen leeren Fensteraugen zu verfolgen und halten mich warnend auf Distanz. „Komm mir bloß nicht zu nahe, schon gar nicht rein“ raunen sie mir ins Ohr. Warum denke ich bloß immer wieder an dieses Haus im Film Psycho? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Paranoia oder Depression?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kaum zu glauben, dass man hier anders sein kann als depressiv. Kaum zu glauben, dass man hier nicht jede Nacht von Alpträumen heimgesucht wird. Kaum zu glauben, dass es entlang der einzigen Hauptstraße, die unscheinbar von dem Brachland abgeht, irgendwo Restaurants, eine Kirche, ein Museum, kleine Geschäfte, ein Postamt, ein Hotel mit Bar und ein öffentliches Schwimmbad gibt. Sogar ein kleines russisches Konsulat. Menschen trifft man jedoch selten am Tag. Kein Wunder, denn sie arbeiten ja auch noch heute zumeist unter Tage. Doch es gibt sie. Wirklich. Sogar Kinder und eine Schule. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kohlevorkommen sind weitestgehend erschöpft. Wirtschaftlich geht’s Barentsburg mehr als mies. Woher bloß neue Kohle kriegen? Die zeitgeistige Antwort lautet Touristen. Das scheinbare Allheilmittel für überall. Der verfallene Grubenort mit seiner großartigen Tristesse soll nicht nur für die klassischen drei-Stunden-Ausflügler interessanter werden, sondern auch für länger. Am besten gleich für ein paar dieser unendlich erscheinenden 24-Stunden-Tage im nordpolaren Sommer. Also dann, wenn unsere innere Uhr ins Trudeln gerät. Weil wir nicht mehr wie gewohnt einschlafen können. Weil das Düstere nicht im Dunkeln verschwindet, sondern immer erhellt ist. Weil sich sämtliche Nächte auf die andere Seite unserer Erde zurückgezogen haben. Den meisten wäre das sicher zu viel: zu viel Tag und zu viel des Verlorenen. Und sei es auch nur Schlaf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bis zum nächsten Ort muss man im Sommer drei Tage wandern. Verbindungsstraßen gibt es keine. Hubschrauber, Schiff oder Schneemobil sind die einzigen Optionen, um hier her oder aber wieder von hier weg zu kommen. Was die meisten Tagesgäste übrigens auch sehr gerne tun. Drei Stunden Zeit reicht ihnen locker. Gesehen und weg.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lichtblicke inklusive.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hatte zum Glück ein wenig mehr Zeit. Ja, ich habe wirklich Glück geschrieben. Denn manchmal riß die Wolkendecke auf, vereinzelte Lichtstrahlen erkämpften sich ihren Weg auf die Erde und das Wasser. Sie gaben dem Morbiden einen Hauch Noblesse, schenkten dem Ort einen Hoffnungsschimmer Lebendigkeit und mir das Gefühl, dass Schaurig-Schönes zwar nicht tröstet, aber die Lebenskräfte stärken kann. Zumindest nach ein paar mehr Stunden als drei, vielleicht sogar noch mehr nach drei, vier Tagen. Wer weiß. Die rund 400 Seelen, die hier leben, sind nicht unzufriedener als anderswo. Und ein Hotspot für Psychotherapeuten ist Barentsburg auch nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Barentsburg ist und bleibt ein abwegiger Ort im wahren Wortsinn. Doch wer – wie all die Bergleute – in eine abgründige Tiefe hinabsteigen und auch wieder hinaufsteigen kann (statt Mutter Erde nehme man die eigene Seele), der kann hier durchaus mehr als Abgeschiedenheit und Ruhe finden. Ich spürte eine innere Kraft, die aus Werden und Vergehen beständig neues Leben erschafft. Ob das bereits ein Marketing-Ansatz sein könnte? Oder hat mich Barentsburg nun auch abwegig gemacht?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 30 Aug 2020 12:54:07 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>So können Legenden entstehen</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/so-koennen-legenden-entstehen</link>
      <description>"Ich weiß nicht, was soll es bedeuten..." Wer kennt es nicht, dieses Lied über die berüchtigte Blondine Loreley? Was ist daran wahr, was ist und war? An dem, was vor uralten Zeiten geschah...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/loreley7.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    
          Text und Fotos: Copyright Petra Clamer
         &#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             So können Legenden entstehen.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            1801 veröffentlichte der unglücklich entliebte Clemens Brentano eine traurige Geschichte. Sie handelt von einer Schönen, die von einem hohen Felsen sprang und sich so das Leben nahm. (Dieser Stolper-Reim ist purer Zufall, ehrlich!) Ihr Grund für diesen tödlich-tiefen Fall: Liebeskummer. Damit kannte sich Brentano seinerzeit ja leider sehr gut aus. Im Laufe der Jahre variierte Brentano seine erfundene Liebesgeschichte. Sie endete jedoch immer mit dem Tod. Und es blieb immer die gleiche Schöne. Ihr Name: Lore-lei.
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            So richtig hipp wurde seine Story seinerzeit nicht. Warum auch immer. Als daher das erste Dampfschiff den Rhein befuhr, Anno 1816, hatte man zwar eindeutig touristische Absichten, doch keine legendäre Loreley auf einem Felsen als Höhepunkt. Die ersten Flussreisen in den ersten Jahrzehnten waren noch echte Expeditionen: Untiefen, Klippen, Kurven, keine Karten, kein Navi. Der Rhein war ungezähmt, gewunden, eng und komplett natürlich – so wie die Gezeiten der Geologie ihn erschaffen hatten. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Man fand das wildromantisch, abenteuerlich und einfach herrlich. Und all die verfallenen Burgen am Uferrand erschufen das perfekte Bühnenbild für den dramatischen Hauptdarsteller Rhein. So ne Flussfahrt unter Dampf war ganz weit vorn. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           An einer Stelle wurde es damals jedoch richtig eng – im wahren Sinn des Wortes. Dort, wo bereits unzählige Schiffe verunglückt und unzählige Schiffer ertrunken waren: an einer Flussschleife um einen Felsen. Sein Name: der Lorelei. Da musste man höllisch aufpassen. Das war die gefährlichste Stelle des Mittelrheintals. Dass aber die eigentliche Gefahr der Gegend eine männermordende Blondine war, wusste man noch nicht. Man ahnte es nicht einmal.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1824 entdeckte Heinrich Heine die Lore-lei-Geschichte für sich. Eine Geschichte, gerade mal 23 Jahre alt, wurde in uralte Zeiten verlegt, und die tragische Heldin wurde vom Opfer zur Täterin. Tja, so kann’s kommen…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Rollentausch und schon geht's ab und abwärts.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die neue Loreley, die außer Singen und Kämmen nichts konnte (was auch heute noch locker zum Berühmtwerden reichen kann), mutierte nun zur femme fatale. Sie kämmte ihre lange, blonde Mähne. Sie trällerte so vor sich hin. Sie war jung. Sie war hübsch, und um die Männer war’s geschehen. Sie ließen sich von ihr gnadenlos den Kopf verdrehen, die Armen. Sie schauten nur noch gebannt zu ihrem Hochsitz hoch, achteten nicht mehr auf Stromschnellen, Untiefen, Klippen, sich dramatisch nähernde Ufer – also auf das Wesentliche – gingen ihr arglos auf den Leim und in Folge im Fluss unter. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor diesem Hintergrund bekommt Heines erste Gedicht-Zeile „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“, einen durchaus bemerkenswerten neuen Sinn. Vielleicht sogar für Feministinnen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sein Gedicht – ja eigentlich ein Remake mit vertauschten Rollen – kam deutlich besser beim Publikum an. Das war klasse und gefiel – auch einem Komponisten. Er erschuf sogleich eine wehmütige Melodei. Als gutes, altes Volkslied stürmte es von jetzt auf sofort die noch nicht vorhandene deutsche Hitparade, eroberte dann den Weltmarkt und machte Frau und Felsen so richtig berühmt. Und grusel-herrlich berüchtigt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zuerst flussaufwärts, dann flussabwärts: Loreley voraus!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nun war nicht mehr der Felsen der Lorelei, sondern er wurde zum Sitzplatz für die Loreley. Ab den 1840ern gehörten dann das ungleiche Namenspaar unzertrennlich zusammen und sind seitdem der Höhepunkt einer jeden Rheinreise.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mittlerweile ist der Rhein an dieser Kurve zwar noch recht eng, aber nicht mehr von Natur aus gefährlich. Den Loreley-Felsen erkennt man in erster Linie daran, dass er einer der wenigen ist, der von keiner Burg gekrönt wird. Und bei einer Flussfahrt sollte man den Blick nicht nach oben, sondern nach unten richten. Denn da sitzt eine recht modern anmutende Statue, die die Loreley ganz nackig zeigt.   
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Heutzutage werden auch alle paar Jahre neue Loreleyen gewählt. Sie müssen weder naturblond sein noch müssen sie trällern können. Ein beglaubigtes Zertifikat für männermordende Aktivitäten ist nicht einmal wünschenswert. Gute Fremdsprachenkenntnisse allerdings schon.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sollte man dann vielleicht ein neues Loreley-Gedicht schreiben? Ich überleg es mir mal…
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Tue, 11 Aug 2020 08:12:45 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Die Toten und die Katzen</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/die-toten-und-die-katzen</link>
      <description>In Ägypten fanden einst auch Katzen ihren Mumien-Platz fürs Jenseits. In Rom haben sie sich einen Platz im Diesseits gesichert, an einem ganz besonderen Ort der letzten Ruhe...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/KatzeFake.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Die Toten und die Katzen
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Im alten Ägypten gab es eine Zeit, in der die Urahnin unserer heutigen Hauskatze extrem (Toten-)kultig wurde. Die schnurrende Jägerin, die Mäuse, Ratten und Vögel von Haus, Hof und Feld fern hielt, stieg auf der Karriereleiter zur Göttin auf. Man nannte sie Bastet. Die Göttin, zuständig für Liebe und Fruchtbarkeit, wurde jedoch nicht nur verehrt, angebetet und bepilgert, sondern auch mit geopferten Katzen beschenkt. Ob ihr das wirklich gut gefiel, ist nicht überliefert. Wer kann schon in den Kopf all der Göttinnen und Götter hineinsehen oder gar ihren letzten Willen erkennen?  
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Sorgfältig einbalsamiert und kunstfertig mumifiziert setzte man dann die Opfer-Katzen in Grabkammern bei. So sollten sie ihre Reise in die Unendlichkeit antreten und körperlich gut in Form im Jenseits ankommen. Eigentlich eine große Ehre für Abertausende Katzen. Denn nur so aufwändig präpariert konnte ihr Weiterleben ja überhaupt weiter gehen. Eigentlich aber auch eine traurige Geschichte, da man annimmt, dass die Katzen für das Opfern eigens in Tempeln gehalten wurden.
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Für immer, für ewig?
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Ob es irgendwo ein Jenseits gibt, in dem jenseitige Katzen von jenseitigen Pharaonen gestreichelt werden, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne jedoch ein diesseitiges Katzen-Paradies, einen Himmel auf Erden. Es ist – irgendwie passend – ein wunderschöner Friedhof inmitten der ewigen Stadt, also in Rom. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Sein offizieller Name: Campo Cimitero del Verano.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h4&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er ist der lebendigste Friedhof, den ich kenne. Nicht wegen all der Menschen auf Kurzbesuch, sondern wegen all der Katzen, die sich in der opulenten Totenstadt ungestört ihrem kätzischen Dolce Vita hingeben: auf Samtpfoten schreitend, elegant lustwandelnd, entspannt dösend, sich hingebungsvoll putzend, sich treffend, sich liebend. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h4&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Katzen und die Toten scheinen sich hier bestens zu verstehen. Vielleicht plaudern sie sogar – von uns lebenden Menschen unbemerkt – über die Vergänglichkeit, über den Unterschied zwischen einem einzigen und sieben Leben, über gutes und schlechtes Essen, über ihre Vorfahren, über Totenkulte, über Kinder und Enkel. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwischen Prachtmonumenten für die Ewigkeit, Sarkophagen, melancholischen Statuen und verhuscht überwuchertem Marmor gleichen die Katzen mehr geheimnis-bewahrenden Grabwächtern denn freiheitsliebenden Streunern an einem Rückzugsort. Hoheitsvoll und Ehrfurcht gebietend, zeigen sie sich als souveräne Herrscherinnen über ein menschliches Totenreich. Man beleidigt ihre Würde, wenn man sie mit einem lockenden „Miez, Miez“ anspricht. Sie verweigern ihre Aufmerksamkeit, wenn man sie in der Katzenbabysprache anmauzt. Auf jeden Fall kam es mir so vor. Denn genau das habe ich getan und wurde dabei kaum eines Blickes gewürdigt. Allenfalls traf mich ein höchst divenhafter Seitenblick. Mit genau der wohldosierten distanzierten Herablassung, die es braucht, um sich selbst peinlich zu sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ﻿
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Antworten aus der Stille.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Katzen von Rom sprachen zwar nicht mit mir, doch sie schienen mir deutlich zu sagen: „Wer die Würde der Katze missachtet, der entwürdigt auch sich selbst.“ Ich finde, dass die Katzengöttin Bastet stolz auf ihre kultivierten Friedhofswächter sein kann. Ich glaube, dass es sie mehr erfreuen würde, wie sie ihr hier tagtäglich huldigen: souverän dem Sein und Werden verbunden, auf Du und Du mit dem Vergehen und sich im ewigen Kreislauf allen Lebens genüsslich recken und strecken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          ﻿
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Copyright Text und Fotos: Petra Clamer
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 26 Jul 2020 08:41:01 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Odysseus und die Sea Cloud</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/odysseus-und-die-sea-cloud</link>
      <description>Was kann wunderbarer sein, als auf einem legendären Windjammer in einer Welt der Sagen zu kreuzen? Was kann fantasieanregender wirken, als an Bord der Sea Cloud im Reich des Poseidon zu sein? Es begab sich also in der Ägäis...</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/sc20JPG.JPG"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font color="#000000"&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            
              Odysseus und die Sea Cloud
             &#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font color="#000000"&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font color="#000000"&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font color="#000000"&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font color="#000000"&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;span&gt;&#xD;
              
               Es war einmal in der Ägäis. Und alles so, wie man es sich wünscht: ein blauer Himmel, ein blaues Meer, weiße Segel und eine frische Brise Wind. Unterwegs auf einem Windjammer, in den man sich spätestens beim ersten Schritt auf seinen Planken verliebt: die Sea Cloud. Über die Sea Cloud zu schreiben, erfordert einen Poeten. Auf ihr zu reisen, erweckt selbst in den überzeugtesten Realisten romantische Seelen. Und mit ihr im Reich des Poseidon zu sein, bedeutete für mich: auf einer Legende in der Welt der Sagen zu kreuzen. 
              &#xD;
            &lt;/span&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font color="#000000"&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;span&gt;&#xD;
              &lt;br/&gt;&#xD;
            &lt;/span&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font color="#000000"&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Manchmal schaute ich nur auf den Horizont, an dem sich die Grenzen zwischen Himmel und Meer verwischten wie Wirklichkeit und Fantasie in einem Traum. Alltagsgedanken versanken in den Wellentälern. Die Wogen glätteten die angeraute Seele. Und die Gefühle hatten Zeit sich zu vertiefen. Das „Leinen los“  kannte keine Wehmut. In jedem Abschied fühlte ich nur den Anfang. Und davon gab es zum Glück viele…
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Ich saß auf meinem Lieblingsplatz gleich neben der Brücke, schaute der Mannschaft beim Klettern zu und dem Kapitän am Steuerrad. Und dann ging es los:
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Ich dachte an Ariadne und ihren langen Faden (langes Fädchen, faules Mädchen?), an Prometheus und sein lebenslanges Leberleiden, an Achill, Helena, Paris und an einige andere Frau- und Herrschaften der Illias. Bei Odysseus blieb ich hängen. Ihm war ja der betrogene Ehemann Menelaos und seine entflohene liebestolle Gemahlin schnurz-piep-egal gewesen. Sollte sie doch in den Armen von Paris ihr neues Glück finden. Was ging das ihn an? Doch Männerbündnisse sind Männerbündnisse und so zwang man ihn mit in den Krieg zu ziehn. Voll genervt vom Hin und Her vor Troja, hatte er dann die Idee mit dem Pferd. Einfach genial. Danach war alles easy. Troja wurde zerstört und für ihn begann – ja was eigentlich? 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Ich hörte die markanten Kommandos des Kapitäns. Ich blickte auf geblähte Segel. Sehnsüchtig in die Ferne und stellte mir dabei einen frustrierten, klug-königlichen Seemann vor…
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            
              Ich glaube, es war alles ganz anders. 
             &#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Odysseus blickte auf geblähte Segel. Sehnsüchtig in die Ferne, stellte sich seinem Frust und vielen Fragen. Sein Leben hatte den Sinn verloren. Sein langjähriges Tun erschien ihm hohl. Und dieses Morden und Schlachten vor und hinter Trojas Mauern war auch zu viel des Un-Guten. Er wollte abhauen, ausbrechen; Neues, Schöneres entdecken. Und sei es auch nur für ein paar Jahre. Doch so einfach war das nicht.
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Wie sollte er später erklären, dass er einfach nur weg wollte? Ohne den Thron und den Familienfrieden zu riskieren. Wie könnte er es deichseln, dass er den Weg nach Hause nicht fand? Glaubwürdig und nicht als nautischer Versager. Wer oder was konnte ihm die (vermeintlich) zutiefst ersehnte Heimkehr so schwer machen? Plötzlich war er da, der göttliche Funke. Es konnten nur die Götter sein. Gegen Götter war er machtlos. Und die Unschuld selbst. 
            &#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Doch würde man ihm glauben? Immerhin hatte er ja auch die Trojaner perfekt getäuscht…
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
              
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Was er wirklich erlebt hatte, musste er natürlich bei seiner Rückkehr verschweigen. Warum er zum Aussteiger wurde, durfte er selbstverständlich niemandem sagen. Er ersann daher eine dramatische Geschichte, der listenreiche, schlaue Fuchs. 
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;b&gt;&#xD;
              
               Ich glaube, es war so:
              &#xD;
            &lt;/b&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Odysseus sprach nie über das Kribbeln bei seinem Aufbruch. Er verlor nie ein Wort über seine Sehnsucht. Nie war die Rede vom herrlichen Auf- und Davon-Segeln in die unbekannte Ferne. Dafür erfand er Scylla und Charyptis und den Zyklopen, die ihn alle lebensgefährlich bedrohten, ihn herausforderten und aufhielten. Er erzählte von den betörenden Sirenen, der bösen Zauberin Zirze und dem holden Mädchen Nausikaa. Und während er über sie sprach, dachte er an all die Stunden am Strand und an sein Vergnügen unter Dattelpalmen. So ging’s. So konnte er den Zauber seiner Erinnerungen aufs Wunderbarste mit unverschämtem Lügen verbinden – ohne Kratzer am Image. Er spann das erste Seemannsgarn der Geschichte. Mit seinem heldenhaften Widerstand gegen den Willen höherer Mächte setzte er sich sogar ein Denkmal. Klar, dass Odysseus das hinbekam. Wer, wenn nicht er?!
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Das erste Seemannsgarn der Geschichte. 
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Seine 10-jährige Sinnsuche nannte man Odyssee und wurde durch Homer zur griechischen Sage. Sein Sabbatical beschäftigt seitdem Philologen, Archäologen, Historiker und ganze Schülergenerationen. Wissenschaftler suchen seinen vermeintlichen Seeweg sowie die Orte seines Landgangs. Sie versuchen sogar all die Fantasiegestalten, denen er begegnete, in ne geschichtlich-reale Schublade zu stecken. Wie verrückt ist das denn? Odysseus würde sich schlapp lachen! 
            &#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
        &lt;div&gt;&#xD;
          
             Manchen erzählt der Wind ein Lied. Mir hat er die Geschichte hinter der Geschichte des Mannes aus Ithaka erzählt. Doch vielleicht war es auch die Sea Cloud, die mir im Fahrwasser der Antike den Blick hinter die Fassade einer Sage schenkte. Denn auch sie ist mit allen Wassern gewaschen und wurde schon von so manchem fantasiebegabten Kapitän kreuz und quer übers Meer geführt. Einer von ihnen sah bei Sonnenaufgang häufig wunderschöne Nixen, die im Bugspriet sitzen…
            &#xD;
        &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 05 Jul 2020 08:50:29 GMT</pubDate>
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    <item>
      <title>Entfernte Verwandte</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/entfernte-verwandte</link>
      <description>Auf Madagaskar  hat sich eine Tier- und Pflanzenwelt entwickelt, die es sonst nirgendwo auf unserer Erde gibt. Den Lemuren habe ich mich besonders verbunden gefühlt. Woran das liegt? Einfach mal reinlesen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/Lemuren3.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Fotos &amp;amp; Text: Copyright by Petra Clamer
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;br/&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Entfernte Verwandte.
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             All die knuffigen T
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             ier
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             chen, die sich hier auf meinen Fotos tummeln, wohnen freiwillig nur auf Madagaskar und sind weit entfernte Verwandte. Uns  trennen etwa 8.500 Kilometer und rund 55 Millionen Jahre. Damals gabelte sich die evolutionäre Laufbahn der Primaten. Es entstanden zwei Äste: Feuchtnasen-Primaten und Trockennasen-Primaten. Zugegeben, schon lange her. Aber spielen bei Verwandten Zeit und Raum wirklich eine Rolle? Sind Nähe und Verbundenheit nur die Folge einer engen Verwandtschaft?
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            &lt;br/&gt;&#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Wir leben in dem Bewusstsein, dass es Menschen und Tiere gibt. Doch wir sind ja auch nur ein Tier, eben ein Primat. Alle Tiere, ob Wale, Affen, Löwen, Eisbären, Chamäleons oder Spinnen hätten daher das gleiche Recht von sich zu behaupten: Es gibt uns und Tiere. Wer weiß, vielleicht machen sie’s ja auch… 
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;br/&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Die Tierwelt hat sich mehr oder minder gütlich darauf geeinigt, dass man sich gleichberechtigt Lebensräume teilt oder erfindungsreich eigene Nischen findet, um erfolgreich zu (über)leben. Und da man das Prinzip „leben und leben lassen“ ja in die evolutionäre Wiege gelegt bekommen hat, wird das ausgewogene Verhältnis auch dann gewahrt, wenn man andere als Nahrungsquelle braucht. Sonst würde man ja verhungern. Nur ein Tier hat sich diesem ausgeglichenen Gemeinsinn und -wohl widersetzt: der heutige Primat Homo sapiens.  
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            &lt;b&gt;&#xD;
              
               Primaten wie wir.
              &#xD;
            &lt;/b&gt;&#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
               
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Doch zurück zu unseren Verwandten auf Madagaskar: den Lemuren. Mittlerweile kennt man rund 100 Arten. Wobei das Wort „kennen“ nicht meint, dass man viel über sie weiß. Im Gegenteil: Wir wissen recht wenig. Auf jeden Fall sind Lemuren keine Affen, auch keine Halbaffen. Da sind wir deutlich näher dran. 
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;font&gt;&#xD;
            
              Wer das Glück hat, Lemuren in ihrem Zuhause zu besuchen, sollte ihnen mit Muße begegnen. Wer sich die Zeit nimmt, sie nicht nur als tierische Trophäe zu fotografieren, sondern sie zu beobachten, der wird sich diesen entfernten Verwandten sehr nahe fühlen. Versprochen! Häufig sehen Lemuren aus wie Teddys (auch nicht die schlechteste Verwandtschaft). Bei jedem Zusammentreffen wurde mein Gefühl zu ihnen inniger. Je länger ich ihrem Tun und Lassen zusah, desto winziger erschienen mir 55 Millionen Jahre. Denn sie verhalten sich in vielen Dingen ausgesprochen menschlich. Wobei „primatisch“ vielleicht besser ausgedrückt wäre. 
             &#xD;
          &lt;/font&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;font&gt;&#xD;
            &lt;br/&gt;&#xD;
          &lt;/font&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;font&gt;&#xD;
            
              Manche Lemuren reiben die Nasen aneinander, wenn sie sich nach längerer Zeit wieder sehen. Einige strecken einander zur liebevollen Begrüßung die Zunge raus. Mütter, die ihr Baby an einen Raubvogel verloren haben, ziehen sich zurück und trauern. Lange und ausgiebig. Doch spätestens wenn Lemuren ein Sonnenbad nehmen, versteht man, warum Homo sapiens den Liegestuhl erfand. Denn da hinein gefläzt sehen wir ihnen zum Verwechseln ähnlich. 
             &#xD;
          &lt;/font&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lemuren sind Primaten wie wir. Sie gehören zu den Feuchtnasen. Wir zu den Trockennasen. Außer bei Schnupfen. Der größte Unterschied zwischen Lemuren und Menschen ist für mich ein tragischer: Sie werden immer weniger. Wir immer mehr. Wir sägen an ihrem (Primaten-)Ast auf dem sie so gerne sitzen, sich sonnen, spielen und leben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So geht man auf „gut primatisch“ nicht einmal mit Feinden um. Schon garnicht mit Verwandten. Oder sehe ich das falsch?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fotos &amp;amp; Text: Copyright by Petra Clamer. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 21 Jun 2020 03:09:02 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Reisegrüße aus der Vergangenheit</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/reisegruesse-aus-der-vergangenheit</link>
      <description>Es war einmal eine Zeit, in der unser Heute ferne Zukunft war. Es gab einmal eine Zeit, in der das Reisen ohne GPS, Smartphone oder Internet auskam. Für die einen ist das Geschichte. Für andere Erinnerungen. Für mich eine Geschichte aus Erinnerungen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Reisegrüße aus der Vergangenheit.
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            &lt;br/&gt;&#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Meine ersten Reisen waren zu einer Zeit, als Telefonhörer noch Schnüre hatten. Ich recherchierte in Büchereien, schrieb Fremdenverkehrsämter an und schickte Faxe an potenzielle Unterkünfte in die Ferne. Irgendwann kam dann was zurück. Dünne, dicke, manchmal auch halb zerrissene Briefe mit exotischen Briefmarken. Da fühlte ich noch richtig, wie weit weg wir eigentlich wollten. Die Druckqualität der Unterlagen war häufig so mies, dass die verblassten Fotos (mit Pech noch in Schwarz-Weiß) nur Schemen zeigten. Was war das? Dennoch buchen oder lieber nicht? Meine Reiseplanungen dauerten weder Tage noch Wochen. Ich brauchte einen Vorlauf von 6 bis 12 Monaten. Manche nennen das dann Vorfreude.
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            &lt;br/&gt;&#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Als es erstmalig in die Bretagne ging, nahm ich vorher Kassetten für die Autofahrt auf – natürlich mit bretonischem Gesang und mit keltischer Harfe. Kennt jemand noch Alan Stivell? Echt genial für das Land der Dolmen und Menhire, der Korsaren und des rosafarbenen Granits! Wisst Ihr noch, was Kassetten sind? Wie sie sich gern mal verhedderten? Mit viel Pech sogar rissen?
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Kein GPS, kein Smartphone.
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Manchmal suchten wir stundenlang den Weg zu einer Burgruine. Wir mussten echte Menschen nach bestimmten Kultstätten fragen und waren dort, wo wir dann landeten, fast immer mit uns und dem Ort allein. Ein herrliches Gefühl. Kaum zu glauben: Wir haben alles gefunden, was ich vorher mühsam und langwierig rausgefunden hatte. Glück pur. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            In Portugal wusch man noch Wäsche im Fluss. In Barcelona war die Sagrada Familia kaum ausgeschildert. Wir fuhren zwei Stunden im Kreis. Auf Sri Lanka sahen die Straßen und Dörfer fast überall noch so aus wie in historischen Reiseführern um 1900. Und unsere Anreise zu unserer Unterkunft auf Bali war knapp 40 Stunden lang. Ohne eine einzige Flugverspätung. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Von all diesen Reisen brachten wir Unmengen Fotos mit – sieben bis 12 Diafilme wurden verschossen. Damals war das viel. Denn diese Filme waren richtig teuer und ein kostengünstiges Doppelpack hatte 72 Aufnahmen. Mit etwas Glück noch drei, vier mehr…  
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Imaginierte statt virtuelle Freundschaften.
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Waren wir auf den Fotos? Kaum. Es ging uns ja um die Welt um uns herum. Um das Fremde, das Neue, das Andere. Wenn wir uns aufnahmen, dann nur gen Reiseende. Dann sahen auch wir etwas fremder, neuer und anders aus: braun gebrannt, beseelt und gut erholt. Na ja, meistens. Und auch mehr ich. Denn ich scheuchte meinen Mann auch schon mal in der Mittagshitze durch fast unerkennbare Amphitheater. Nur weil ich mir zusammengereimt hatte, dass mein Lieblingskaiser Hadrian dort wohl auch mal gesessen haben musste. Irgendwann so um 85 n. Chr. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Wir wussten nie ganz genau als was sich eine Unterkunft vor Ort entpuppen würde. Heute weiß man das allerdings auch nicht. Photoshop sei Dank. Damals gab es auch noch kein Versenden von Momentaufnahmen via Smartphone. Man suchte Briefkästen oder hoffte, dass das Hotelpersonal wirklich die Postkarten verschicken würde. Heute kommen Urlaubsgrüße in Sekunden an, damals mit unfassbar viel Glück noch vor der eigenen Heimkehr. Ach, ja…
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Natürlich gab es Dia-Abende. Für uns die pure Freude. Für die anderen? Da bin ich mir nicht mehr so sicher. Denn ich erzählte ja nicht nur von all unseren Eindrücken und Erlebnissen. Ich teilte auch nicht nur mein Wissen. Nein, ich sprudelte, schwärmte, schwelgte. Meine Begeisterung war unbezähmbar. Die anderen knabberten Salzstangen und tranken vino. Ich war auch ohne berauscht. Höchstwahrscheinlich hätte mich jedes Reisebüro als Promoter engagiert. 
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Zugegeben: Ich vermisse diese Zeit. Irgendwie. Sie kommt mir heute so vor, als ob sie dichter dran an das Reisen im 19. Jahrhundert war als an den Reisen Anno 2020. (Na ja, nicht gerade jetzt während der Pandemie)
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            
              Sehens-würdig, merk-würdig – und jetzt?
             &#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Im 19. Jahrhundert fuhren die ersten Dampfschiffe auf den Flüssen und die ersten Eisenbahnen rasten mit Volldampf auf spektakulär langen Strecken von A nach B. 40 Kilometer waren so richtig lang und die entsprechende Acht-Stunden-Fahrt verdammt schnell! Viel zu schnell für die Gesundheit, wie einige mahnten. In jener Zeit erschienen – wen wundert es – auch bereits die ersten Reiseführer. Man nannte sie „Handbuch für Schnellreisende“. Klar, so im Vergleich zu früher. Man war ja knapp dem Reisezeitalter der Kutschen entwachsen…
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      
           Der seinerzeit berühmteste Reiseführer kam aus dem Hause Baedeker. Carl Baedeker war ein äußerst penibler Rechercheur von Schnell-Verbindungen, Zeiten, Unterkünften und Preisen (ja, ich fühle mich ihm im Geiste verbunden, werde nur nie so berühmt sein). Er widmete sich selbstverständlich auch dem, was man wo wie warum und wann am besten besuchen sollte. Was wir heute als Sehenswürdigkeiten kennen, nannte er allerdings noch Merkwürdigkeiten.
          &#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Acht Stunden für 40 Kilometer kennen wir nur noch durch Staus auf Straßen. In acht Stunden können wir nonstop schon reichlich weit fliegen. Wie müssten wir uns dann eigentlich nennen? Sind wir überhaupt noch Reisende? Oder nur noch Konsumenten der Welt? Wie müsste man heute Sehenswürdigkeiten nennen? Selfie-Wertigkeiten? 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Erinnerungen sind keine vergangene Gegenwart.
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Ich gestehe: Als man noch fand, dass ein Dom oder eine Stupa des Merkens würdig war, liegt mir deutlich näher als des Sehens würdig. Ich scheine schlimmer als Retro oder alt zu sein. Aber vielleicht bin ich auch nur ein Snob, der das Reisen früherer Zeiten verklärt. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Vielleicht sollte ich Euch Postkarten zusenden. Meine Erinnerungen nicht im Blog veröffentlichen und auf Facebook und Co. posten. Vielleicht sollte ich mir wieder ein Faxgerät kaufen und keine Mails hin und her jagen. Vielleicht sollte ich mit meiner Digi-Knipse nicht mehr 500 Aufnahmen in 7 Tagen machen, sondern wie früher nur 50? 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Och Nö. So dann doch nicht…
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 07 Jun 2020 03:26:22 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Petra – nein, nicht ich!</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/petra_nein_nicht_ich</link>
      <description>Der wahre Name von Petra, altgriechisch für Fels, wurde aus dem Langzeit-Gedächtnis der Menschheit gelöscht. Vielleicht zeigt sich Petra deshalb auch lieber als einzigartiges Versteck- und Verwirrspiel. Frei nach dem Motto: "Ach wie gut, dass niemand weiß, wie ich auf gut nabatäisch heiß!"</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/petra1PetraClamer.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Petra – nein, nicht ich.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Angereichert mit Wissen aus Büchern, Grabungsberichten, historischen Quellen und Dokumentationen sowie ergriffen von der Schönheit vielfach bestaunter Fotos, wollte ich unbedingt nach Petra, der Hauptstadt der Nabatäer. Der Ort, der vor über 2.500 Jahren begann, sich zwischen Felsen einzunisten und sich gemütlich einzurichten, trug ja sogar meinen Namen! Noch ein Grund mehr ihn zu besuchen. 
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Umgeben von Bergen, gekonnt versteckt hinter Felsen, erlebte Petra das bunte Treiben von rund 40.000 Bewohnern vor bunten Natursteintapeten. Das Kostbarste und Luxuriöseste, was es in dieser Gegend gab, war Wasser. Die Nabatäer wurden daher zu den großartigsten Meistern über Wasser und Stein. Sie bauten nicht mit, sondern in den Stein hinein. Sie meißelten mehrstöckige, prächtige Gebäude aus den Felsen heraus – wie Bildhauer ihre Skulpturen. Man planschte in Badewannen mit Panoramasicht, vergnügte sich in und an Swimmingpools und war umgeben von üppigen Grünanlagen. Und das in einer der unwirtlichsten Gegenden Jordaniens. Eine echte Oase – von außergewöhnlichen Menschen erschaffen. 
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Irgendwann gab es das belebte und bewohnte Petra nicht mehr. Petra war den Blicken der Welt so verborgen, dass sie von der Zeit vergessen wurde, ähnlich wie die Erbauer von der Geschichte. Doch ich verliere mich in melancholischer Bewunderung. Ich wollte ja von mir schreiben. Petra in Petra.
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            
              Eine Ouvertüre in Stein.
             &#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit Hunderten anderer Touristen schlenderte ich durch den Siq, dem engen, langen Zugang zum versteckten Tal, in dem Petra liegt. Störten mich die anderen? Erstaunlicherweise nicht. Denn einst waren hier sicher auch viele Menschen unterwegs gewesen, ja ganze Karawanen. Und die Felsspalte, durch die wir alle gehen mussten, zeigte ja bereits auf Schritt und Tritt wie versiert die Stein- und Wasserkünstler waren. Der knapp zwei Kilometer lange Fußweg förderte bei mir eine demütige Spannung und fühlte sich wie eine verheißungsvolle Ouvertüre an. Für das, was am Ende des schmalen Felsdurchbruches zuerst zu sehen sein würde: das berühmteste Bauwerk der antiken Stadt.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;p&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Dann gab die gewundene Schlucht wirklich und endlich den Blick frei: auf das so genannte Schatzhaus des Pharao, dessen einzige Schätze dereinst die Verstorbenen waren. Und auch nicht die eines Pharaos. Die Nabatäer hatten wirklich ein Händchen für überraschende Inszenierungen. 
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/p&gt;&#xD;
      &lt;p&gt;&#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Die meisten Felsbauwerke sind Mausoleen. Das wusste ich zwar, doch erst vor Ort wurde mir bewusst, was das eigentlich bedeutet. Die Nabatäer behielten ihre verstorbenen Verwandten bei sich. Sie bestatteten sie ja am Rand des Talkessels. Sie lebten, liebten und wohnten umgeben von ihren Vorfahren, umgeben vom Kreise ihrer Lieben. So blieben sie nicht nur allgegenwärtig, sondern ihre prächtige letzte Ruhestätte wurde auch zur Kulisse für die Bühne des Lebens. Wie schön ist das denn? 
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/p&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      
           Alles in Petra war beeindruckender als jemals gedacht. Alles noch großartiger. Nach und nach verwirrten sich jedoch meine Gedanken. Staunen, Ehrfurcht und Ergriffenheit löschten all das Wissen, das ich mir eingeprägt hatte, aus. Ich dachte nur noch eins: Es ist unglaublich! Und mein Kopf wackelte entsprechend ungläubig hin und her. Petra war zu viel, zu groß.
          &#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Dann geschah noch Unglaublicheres.
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Ich fühlte mich so, als ob ich in einen faszinierend märchenhaften Tagtraum hineingezogen wurde. So als ob ich gerade in Sphären eintauche, die mich entweder transzendieren oder irre werden lassen. Mit Pech auch beides. Ich stand oder saß mitten in einer phantastischen Welt aus Buntsandstein, der bereits aus sich selbst heraus ein hochbegabter Künstler war. Allerdings einer auf Drogen. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Ich versuchte, den Mustern im Stein mit den Augen zu folgen. doch sie verloren sich im Irgendwo. Ich zwang mich, bildschöne Ausschnitte der bunten Felsen zu fixieren, doch sie entzogen sich mir. Der Formen- und Farbenrausch schien auf mich abzufärben, meine Sinne zu beherrschen, mich zu hypnotisieren und gefangen zu nehmen. Was passierte da in Petra mit Petra? Mir wurde manchmal richtig schwindelig. Doch es war weder der Kreislauf noch Wassermangel. Und – ich schwöre – ich hatte auch keine vermeintlich bewusstseinserweiternden Substanzen zu mir genommen.  
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      
           Petra ist halluzinogen und psychedelisch. Abgefahren, irreal, surreal. Petra lässt sich nicht beschreiben, nicht fotografieren oder filmen. Nicht wirklich. Für Petra fühlen sich all die Superlative meines Sprachschatzes wie Gelaber an. Zu häufig benutzt, zu oft gelesen, zu oft für weniger verwendet. 
          &#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Nichts, wirklich nichts, wird diesen übermächtigen Eindrücken vor Ort gerecht, diesem Farbenrausch, dieser Magie und Schönheit. Noch immer stimmt, was bereits Lawrence von Arabien dachte: Jede Beschreibung verblasst vor dem eigenen Erleben. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Per Zufall hörte ich nen Teenager zu seinen Eltern sagen: „Voll krass!“ Ich befürchte, das trifft es am besten.
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    
          Alle Fotos &amp;amp; Text: Copyright by Petra Clamer
         &#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 24 May 2020 15:52:02 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Seh ich was, was Du nicht siehst?</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/sah-ich-was-was-du-nicht-siehst</link>
      <description>Siehst Du das Rote Riesen-Känguru? Es sprang mal eben locker über die Felsen. Es ist schon erstaunlich, wer sich so alles zeigt, wenn man einfach nur sieht. Es ist schon bemerkenswert, was sich beim Nichtstun so alles tut. Faulsein kann so wunderschön sein.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/PetraClamer_springendes-2BK-C3-A4nguru-1920w-699f3944-1920w.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    
          Alle Fotos &amp;amp; Text: Copyright by Petra Clamer
         &#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;p&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Seh ich was, was Du nicht siehst?
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/p&gt;&#xD;
      &lt;p&gt;&#xD;
        &lt;b&gt;&#xD;
          
             Siehst Du das Rote Riesen-Känguru über den Felsen springen? Oder die Friedenstaube im Sonnenuntergangspastell? Findest Du das Krokodil am Himmel, die Wirbelsäule auf Erden und das lachende Schwein? Ja? Wie schön – dann wirst Du mich bestimmt verstehen.
            &#xD;
        &lt;/b&gt;&#xD;
      &lt;/p&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;font&gt;&#xD;
      
           Ein weiter Himmel und ein paar Wolken reichen, um mich gut zu unterhalten. Denn hoch über unseren Köpfen ist häufig ganz großes Kino. Komplett in 3 D und völlig kostenlos. Da ziehen Mohrrüben (woher kommt eigentlich der Name?), Schlittschuhe, Stiefel und Schere vorüber. Da reiten Mäuse auf Kamelen und kleine Kaninchen ziehen große Gondeln. Natürlich animiert durch Wind, Licht und Schatten.
          &#xD;
    &lt;/font&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Was uns die himmlische Welt so alles zeigt, wenn man sie einfach nur betrachtet – so ganz ohne Sinn, Ziel und Erwartung – ist immer eins: unvorher-seh-bar. Es kann die Form der Wolke sein, die Lücke, die sie mit anderen Gefährtinnen bildet, oder aber der Schatten, den sie bewirkt. Auf was und wen auch immer. 
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Das Sichtbare, das uns umgibt, prägt unser Weltbild. Doch hat sich mein Weltbild durch reitende Mäuse oder lachende Schweine verändert? Ich weiß es nicht.
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            
              Ist immer wahr, was man wahrnimmt?
             &#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Das Wahrnehmbare braucht auf jeden Fall unser Wunderwerk Auge, ein paar Millionen Nerven und unser Gehirn. Dort entstehen aus Signalen Bilder, die mit vorhandenen Informationen, bekannten Eindrücken und gespeicherten Daten verglichen und bewertet werden – in Bruchteilen von Sekunden. Alles vor dem Fragehintergrund: Was ist das? Kenne ich das? Erinnert es mich an irgendetwas? Spannend daran: Unser Gehirn ist immer dann am aktivsten, wenn es einen Sehreiz nicht vorhersagen kann. 
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Nichtstuerisches Gucken auf Felswände oder in den Himmel hält daher unser Gehirn enorm auf Trab. Es kann ja nicht vorweg denken, was die Wolken gleich tun. Alleine das würde sich schon lohnen. Denn so könnten wir uns (temporär) von all unseren manipulativ-prophetischen Hirngespinsten befreien. „Ich denke, also bin ich“ philosophierte Descartes einst. Doch wer oder was bin ich, wenn ich Känguru denke, weil ich es sehe? Weit entfernt von Australien und mehrere hundert Meter hoch?
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;b&gt;&#xD;
            
              Wolken können mehr als nur Wetter machen.
             &#xD;
          &lt;/b&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Zum Glück gibt es Wolken fast überall. Zum Glück können Kaninchen über allen Kontinent-Himmeln hopsen bevor sie vom Winde verweht werden. Wolken sind mehr als feine Wassertröpfchen oder Eiskristalle. Sie können mehr als nur Wetter machen und weiter ziehen. Sie können zaubern, Geschichten erzählen und ganze Welten erschaffen.  
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Falls Du mich daher dabei erwischt, wie ich völlig entrückt, verzückt oder kichernd in den Himmel schaue, dann bin ich nicht gaga (glaube ich zumindest), sondern lasse mich nur auf das Sichtbare ein. Auf das, was ist. Auf eine vergängliche Momentaufnahme, die keine Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit kennt.
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;br/&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
      &lt;div&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Doch seh' ich wirklich was, was Du nicht siehst?
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;font&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Links oben sitzt ein kleiner Hund auf dessen Rücken zwei noch kleinere Bären nach hinten blicken. Rechts oben das springende Känguru. In der zweiten Reihe links ein ganz junger Lindwurm. Rechts in der rechten oberen Ecke eine Wippe, auf der zwei Gestalten sitzen. Im großen Bild Engelsflügel. Um die Bilder zu vergrößern, einfach auf das jeweilige Bild klicken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/font&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/PetraClamer_springendes+K%C3%A4nguru.jpg" length="110403" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 10 May 2020 15:52:03 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Rhein-Romantik ein Reinfall?</title>
      <link>https://www.petraclamer.de/rhein-romantik</link>
      <description>Man liest es. Man hört es. Doch kann man es auch glauben?  Hat die Rhein-Romantik des 19. Jahrhunderts wirklich überlebt? Die Antwort ist: Ja. Allerdings nicht dort, wo man sie erwartet: im UNESCO-Weltnatur-und -kulturerbe Oberes Mittelrheintal.
Wo und wie könnt Ihr in diesem Beitrag lesen.</description>
      <content:encoded>&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://irp-cdn.multiscreensite.com/f6b54456/dms3rep/multi/Rheinromantik+vernebelt+Foto+Petra+Clamer.jpg" alt=""/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
        
            Fotos &amp;amp; Text: Copyright by Petra Clamer
           &#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;p&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Rhein-Romantik ein Reinfall?
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/p&gt;&#xD;
    &lt;p&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
              Vor über 200 Jahren entstand ein neues Lebensgefühl und eine neue Weltsicht: die Romantik. Eine Seelenepidemie, die als Parallelwelt zur Aufklärung und als Gegenbewegung zur Industrialisierung entstand. Das Emotionale, Ursprüngliche und Magische wurden zu Weg und Ziel. Maler, Komponisten, Schriftsteller, ja selbst Polit-Philosophen wurden infiziert. Und inspiriert.
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
          &lt;span&gt;&#xD;
            
               
             &#xD;
          &lt;/span&gt;&#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/p&gt;&#xD;
    &lt;p&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Berühmte und unbekannte Romantiker und Romantikerinnen entflohen ihrer alltäglichen Realität, überhöhten das Natürliche ins Übernatürliche und sehn-suchten das Beseelte. In sich selbst und im Außen. Man erschauerte an den Kreidefelsen auf Rügen. Man wurde zutiefst melancholisch bei Kirchen-, Schloss- und Burg-Ruinen. Am schaurig-schönsten, wenn sie gotisch waren. Doch vor allem schwärmte man wie von Sinnen vom und am Rhein. Genauer: im heutigen UNESCO-Weltkultur- und Naturerbe Oberes Mittelrheintal, also an rund 65 Flusskilometern zwischen Bingen und Koblenz.
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/p&gt;&#xD;
    &lt;p&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Das Zeitalter der Romantik endete irgendwann in den 1880ern. Der Rhein blieb. Wenn auch begradigt, Ufer verstärkt, vertieft und Klippen bereinigt. Die Rhein-Romantik auch. So sagt man jedenfalls. Doch kann man das glauben? 
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;b&gt;&#xD;
      
           Hat am Rhein überlebt, was im Kern romantisch war?
          &#xD;
    &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;font&gt;&#xD;
      &lt;/font&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;font&gt;&#xD;
          
             Romantiker suchen die Einsamkeit, maximal die Zweisamkeit. Romantiker sind empfindsame Seelen. Sie lieben das Geheimnisvolle, das Phantastische und sehnen sich nach einer Entgrenzung des Ichs. Tja, und schon wird’s eng... 
            &#xD;
        &lt;/font&gt;&#xD;
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              An bildschönen Aussichtspunkten und in schmalen Gassen wird man massiv begrenzt. Da drängeln sich einfach zu viele Ichs. Wer den beseelten Fluchtpunkt vor der Realität finden möchte, braucht jede Menge Schoppenweine. Auf dem Rhein gibt's keine Flößer mehr, keine kleinen Fischerboote aus Holz so wie um 1850, dafür Frachter und jede Menge Ausflugsschiffe. Und die Züge, die das enge Flusstal durchjagen, übertönen das Gezwitscher der Vögel. Bei all diesem Geschubse, Gedrängel und Getöse kann man zwar schnell schwermütig werden, jedoch nicht im Sinne der Romantik. Da hilft auch kein Abendessen bei Kerzenschein.
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              Ich gebe es zu: Ich wurde im Angesicht der Rhein-Romantik zum Realisten. „Wie ertragen die Anwohner den Bahnlärm?“ „Was kaufen Touristen bei einem Bummel durch Rüdesheim?“ „Wird der Kitsch allüberall eigentlich in China oder Korea produziert?“ 
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             Ja, die Rebterrassen sind noch da. Auch die Burgen und Burgruinen stehen noch. Sogar mehr als um 1800. Denn man baute sie gerne um und neu – in neogotisch und deutlich perfekter als echtes Mittelalter. Doch reichen bildschöne Kulissen um romantisch zu empfinden? Wenn man zuerst viel Wegdenken muss, bevor man etwas Dazufühlen kann? 
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             Idylle fand ich hier und da. Vieles war ganz nett und adrett. Manches auch richtig schön. Doch die Romantik blieb auf der Strecke – über 65 Kilometer lang. Entzaubert sah ich der Wahrheit ins Auge und sehnte mich nach irgendetwas, was ich romantisch verklären konnte. Und was geschah? Es geschah ein Wunder: 
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             Die Romantik fand mich.
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      &lt;span&gt;&#xD;
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             Wesenheiten aus einer anderen Welt gibt es wirklich am Rhein. Allerdings vor und nach dem berühmten Stromabschnitt. Futuristische „Was auch immer“ säumen seine Ufer. Fabeltiere aus Metall und Beton scheinen nur auf ihre romantische Verklärung zu warten. 
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    &lt;font&gt;&#xD;
      
           Filigrane Strommasten, Stahlträger, schlanke Schlote, ja ganze Industrieanlagen können unfassbar viel Magie entfalten. Das war mir neu. Das hätte ich nicht vermutet. 
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            Die Romantiker von einst veränderten ja eigentlich auch nur ihren Blickwinkel auf die Welt. Das geht heute so wie damals. Dramatische Lichtstimmungen und eine untergehende Sonne haben dabei zu allen Zeiten gute Dienste geleistet. Mir daher auch. 
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    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Industrie am Rhein ist vielerorts unübersehbar und übermächtig. Sie prägt zwar viele Ufer, ist Geschichte und Kultur, wird jedoch in Reiseführern gerne verschwiegen und werblich ungern ausgelobt. Schade eigentlich. 
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        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Eine kleine Auswahl meiner Fotos zum Thema "Industrie-Romantik" sind doch eigentlich ein sichtbarer Beweis, dass es auch anders gehen würde. Oder etwa nicht?
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        &lt;/span&gt;&#xD;
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      <pubDate>Sun, 26 Apr 2020 15:52:03 GMT</pubDate>
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